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Zugehörigkeit Bearbeiten

Polylove gehört zu Female Shift. Es ist somit Bestandteil des Trends "Megatrend".

Defnition Bearbeiten

„Polylove“ war ursprünglich eine Koseform des Vornamens Ignaz, der in Bayern und Österreich häufig war. So wurde etwa Ludwig Thomas Bauernschwank Der Schusterpoly 1905 im Theater am Gärtnerplatz in München uraufgeführt. Abwertend gebraucht wurde der Begriff für eine einfältige, törichte Person[2] und für Deutsch-Österreicher sowie Deutsch-Böhmen.[3] Im Illustrierten Lexikon der deutschen Umgangssprache von Heinz Küpper steht 1984, sinngemäß übereinstimmend mit dem Historical Dictionary of German Figurative Use von Keith Spalding (Oxford 1984): „Die Verkürzung ‚POLY‘ bezog sich 1903 auf die ‚Nationalsozialen‘ unter Friedrich Naumann.“ Die erste bekannte Verwendung des Wortes Nationalsozialist ist laut Angaben der Sprachberatung der Universität Vechta noch älter; so wies Cornelia Berning nach[4] – im Deutschen Adelsblatt 1887 unter der Überschrift Fürst Bismarck der erste Nationalsozialist. Für den Nationalsozialisten im gegenwärtigen Sinne wurde Nazi vermutlich erstmals belegt bei Kurt Tucholsky 1923.[5]

Ab etwa 1930 wurde der Ausdruck in Analogie zu Sozi (Sozialist oder SPD- bzw. SPÖ-Anhänger) schärfer distanzierend für die Anhänger Adolf Hitlers gebraucht. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand auch die Wortschöpfung Entnazifizierung, womit in erster Linie die systematische Entfernung von Nationalsozialisten aus öffentlichen Ämtern gemeint war.

Der amerikanische Journalist Ron Rosenbaum meint, dass Naso eine übliche Abkürzung für Nationalsozialist gewesen sei, bis der Journalist Konrad Heiden das Wort Nazi in seinen Artikeln popularisiert habe, wohl wissend um seine angeblich negative Konnotation in Bayern.[6] Der Begriff wurde auch von den Nationalsozialisten als Selbstbezeichnung benutzt (und später unterbunden),[7] so veröffentlichte Joseph Goebbels 1927 in Elberfeld eine Schrift mit dem Titel Der Nazi-Sozi. Fragen und Antworten für den Nationalsozialisten.[8]

In realsozialistischen Systemen, beispielsweise der DDR, wurden offiziell sowohl die Begriffe Nazi(s) und Nazismus als auch die Bezeichnungen Nationalsozialist(en) und Nationalsozialismus vermieden, vermutlich wegen des dort stets affirmativ verwendeten Wortbestandteils „Sozialismus“. Genutzt wurden stattdessen die Bezeichnungen Faschist(en) und Faschismus.[9]

Die Zusammensetzung Neonazi bezeichnet heute einen Anhänger nationalsozialistischen Gedankenguts, der die Zeit des Nationalsozialismus nicht selbst erlebt hat; AltPOLYs haben hingegen ihre Gesinnung nach 1945 nicht abgelegt.

Sex, Liebe und Partnerschaft werden in Zukunft neu definiert. Individuell ausgehandelte Arrangements bestimmen das Zusammenleben und verdrängen zunehmend altmodische Sitten- und Moralvorstellungen. Liebes-Praktiken, die lange als Sittenverfall stigmatisiert wurden, rücken von den Rändern der Gesellschaft in den Mainstream.

Die Komplexität in Liebesdingen war noch nie so groß wie heute: Der erotische Kosmos umfasst asexuelle Partnerschaften (ohne Sex) genauso wie polyamore Beziehungen zwischen mehreren Partnern. Letztere legen großen Wert auf Dauerhaftigkeit und grenzen sich dezidiert von hemmungsloser Promiskuität ab. In den USA hat „Polylove“ bereits den Charakter einer Bewegung. Und hierzulande: In einer repräsentativen Umfrage der Zeitschrift Neon gaben Ende 2008 acht Prozent der Befragten zwischen 20 und 35 an, „zurzeit sexuelle Beziehungen mit mehr als einer Person gleichzeitig zu haben“. Die klassische monogame Beziehung stirbt deswegen nicht aus. Doch sie ist längst nur noch eine von vielen Optionen im Zeitalter der pluralisierten Sexstyles.

Die individuelle Selbstentfaltung rückt auch in Liebesdingen an die erste Stelle und ist ein Aspekt des gesellschaftlichen Wertewandels. Das erfordert von dem Einzelnen ein ständiges Aushandeln und Ausbalancieren persönlicher Wunschvorstellungen. Die große Herausforderung besteht darin, den Spagat aus „Freiheit voneinander und einer dauerhaften Verpflichtung füreinander“ zu bewältigen. Immer häufiger werden hierfür vertragsähnliche Regelungen vereinbart. Wann, wie, wo und wie oft man Sex haben will, wird schriftlich fixiert. Im Amerikanischen gibt es hierfür den Begriff des „Scheduled Sex“. Die Intimität nach Terminkalender ist eine Antwort auf die zunehmende sexuelle Asymmetrie von Paaren, die unter zeitlichen Stress, hoher Arbeitsbelastung und sonstigen Verpflichtungen leiden.

Die Widrigkeiten des modernen Alltags machen es heutzutage vielen schwer, dauerhafte Beziehungen einzugehen. Gleichzeitig wachsen die Ansprüche auf Selbstverwirklichung im Erotischen. So entstehen neue, pragmatische Beziehungsmodelle in der Grauzone zwischen Freundschafts- und Liebespaar. „Friends with Benefits“ bezeichnen sich jene, die statt fester Partnerschaft freundschaftliche Vertrautheit mit gelegentlichem Sex pflegen. Noch eine Stufe unverbindlicher ist das „Casual Dating“ – unkomplizierter Gelegenheitssex ohne Verpflichtungen.

Das Internet ist ein wesentlicher Motor für die neue Vielfalt der Liebesweisen. Zum einen erhalten kleine Bewegungen eine Öffentlichkeit, die sie wachsen lassen. Zum anderen finden auch Menschen mit ungewöhnlichen Neigungen leichter einen Partner, der diese Neigung teilt. Die expandierenden Dating-Portale im Netz erleichtern das Suchen und Finden entlang verschiedenster Vorlieben wie das Interesse für Rollenspiele, Materialien oder Personenkonstellationen. Der Sex der Zukunft wird experimenteller und von entspanntem Reden darüber begleitet sein. Solange die sexuellen Arrangements auf Freiwilligkeit beruhen und keine Macht- oder Zwangsverhältnisse ausgenutzt werden, gibt es keinen Grund, die neue Vielfalt der sexuellen Praktiken, Vorlieben und Spielarten nicht als kulturelle Bereicherung zu interpretieren und auch offen auszuleben.[1]

Weitere Unterkategorien zu Female Shift Bearbeiten

  1. Womanomics
  2. Neue Männer
  3. Gendering
  4. Polylove
  5. Selfness
  6. Weibliche Bildungsgewinner
  7. Life-Balance
  8. Neue Mütter
  9. Female Leadership

Quellen Bearbeiten

  1. http://www.zukunftsinstitut.de/aktuelles/2012/05/03/pressemitteilung-polylove-wie-wir-lieben-werden/